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Abdichtung für das Flachdach: Bahnen und Zubehör
Die Abdichtung für das Flachdach ist die Bahn ganz oben im Dachaufbau, die das Regenwasser hält. Bei uns finden Sie Kunststoffbahnen aus PVC und TPO/FPO, dazu Dampfsperre, Trennlage, vorgefertigte Ecken, Dacheinlauf, Rohrmanschetten und Befestigung, jeweils passend zum Bahnensystem. Klären Sie vorher eine Frage: Welche Bahn liegt schon auf Ihrem Dach?
Aufbau: Dampfsperre & Trennlage
Befestigung
Anschlüsse aus Blech
Ratgeber
Die erste Frage: Welche Bahn liegt auf Ihrem Dach?
Wer ein Flachdach abdichten will, fragt meist zuerst nach dem Material. Wichtiger ist die Frage davor: Was liegt schon oben, oder was soll neu drauf? PVC-Bahnen lassen sich nur mit PVC verschweißen, TPO/FPO-Bahnen nur mit TPO/FPO, und keine der beiden mit Bitumen. Das gilt auch für alles, was in die Bahn eingeschweißt wird. Ecken, Dacheinlauf, Aufschweißmanschette und Dachentlüfter gibt es deshalb je Bahnensystem. Wer bei einer Reparatur das falsche System erwischt, bekommt die neuen Teile nicht dicht an die alte Bahn.
Auf den ersten Blick sehen sich die Bahnen ähnlich. Schicken Sie uns ein Foto Ihres Dachs, wir sagen Ihnen, welche es ist. Unser Sortiment ist auf die Kunststoffbahnen PVC und TPO/FPO ausgerichtet, Bitumenbahnen führen wir derzeit nicht als eigenen Artikel.
| Merkmal | PVC | TPO/FPO |
|---|---|---|
| Dicke | 1,5 · 1,8 · 2,0 mm | 1,5 · 1,8 · 2,0 · 2,5 mm |
| Farben | Hellgrau, Bleigrau, Ziegelrot | Beige, Grau 7040, Weiß 9016, Hellgrau |
| Verschweißbar mit | nur PVC | nur TPO/FPO |
| Rollenbreite | 1,00 m (nur 1,5 mm), 1,54 m (1,5 und 1,8 mm), 2,00 m (alle Dicken) | nennen wir im Angebot |
| Zu beachten | auf Styropor oder Bitumen nur mit Trennlage; Ziegelrot nur in einer Dicke und Breite | Befestigung mechanisch, mit Auflast oder verklebt, klären wir im Angebot |
Die Farbe ist keine reine Geschmacksfrage. Die Ecken gibt es in der Farbe der Bahn, sonst bleibt jeder Übergang als Flicken sichtbar. Beim folienkaschierten Blech ist die Auswahl kleiner; nennen Sie uns die Farbe Ihrer Bahn, wir sagen Ihnen, ob es passt. Die Bahnen selbst finden Sie bei den Dachabdichtungsbahnen.
Der Flachdachaufbau, Schicht für Schicht
Eine Abdichtung für das Flachdach besteht aus mehr als der Bahn. Beim üblichen Aufbau mit der Dämmung unter der Abdichtung liegen die Schichten so, von unten nach oben:
- Tragende Decke: Beton, Trapezblech oder Holz. Davon hängt ab, womit später befestigt wird.
- Dampfsperre: hält die feuchte Raumluft von der Dämmung fern, nicht den Regen. Sie liegt ganz unten und ist über beheizten Räumen besonders wichtig. Die Dampfsperrbahn gibt es in drei Ausführungen.
- Dämmung: meist als Gefälledämmung aus keilförmigen Platten, die das Wasser zum Einlauf führen.
- Trennlage: zwischen Dämmung und Bahn. Bei PVC auf Styropor ist sie Pflicht, auf rauem Untergrund schützt sie die Bahn vor dem Durchscheuern. Die Trennlage gibt es als Glasvlies, Vlies oder Filz von 120 bis 300 g/m².
- Abdichtungsbahn: die einzige Schicht, die wirklich wasserdicht sein muss.
Dampfsperre und Abdichtungsbahn werden leicht verwechselt, weil beides „Folie“ ist. Wer die Dampfsperre oben verlegt, bekommt ein Dach, das von innen nass wird. Liegt die Dämmung über der Abdichtung, beim sogenannten Umkehrdach, sieht der Aufbau anders aus. Schreiben Sie uns deshalb, wie Ihr Dach aufgebaut ist oder werden soll. Dämmplatten sind derzeit kein eigener Artikel bei uns; Art und Stärke Ihrer Dämmung brauchen wir trotzdem, damit Bahn, Trennlage und Befestigung dazu passen.
Gefälle: Ein Flachdach ist nie ganz flach
Auf der Abdichtung soll kein Wasser stehen bleiben. Als Regelgefälle für Dachabdichtungen gelten üblicherweise mindestens 2 %; was für Ihr Dach vorgesehen ist, sagt Ihnen Ihr Dachdecker. Wo es fehlt, bilden sich Pfützen, Schmutz sammelt sich, und jede kleine Schwachstelle der Bahn steht dauernd unter Wasser. Das Gefälle kommt aus der Gefälledämmung oder schon aus der Decke, und es führt das Wasser zu den Einläufen.
Ränder, Ecken und Anschlüsse
Undicht wird ein Flachdach selten in der Fläche, sondern dort, wo sie aufhört: an der Attika, an der Hauswand, in den Ecken. Dort wird auch am häufigsten etwas vergessen, weil man in Quadratmetern rechnet und nicht in Ecken.
- Innenecke: sitzt dort, wo zwei Attikawände auf die Dachfläche treffen. Ein einfaches Rechteckdach hat vier davon. Statt die Bahn in der Ecke zu falten, wird die vorgefertigte Innenecke eingesetzt und nur an den geraden Kanten verschweißt.
- Außenecke: nur dort, wo ein Kamin, ein Aufbau oder eine Nische aus der Fläche vorspringt, meist zwei je Vorsprung. Dafür gibt es die Außenecke.
- Anschluss an Attika und Hauswand: Hier endet die Bahn an einer festen Kante. Das folienkaschierte Blech trägt eine werkseitig aufkaschierte Bahn. Es wird wie Blech an Mauer oder Wand geschraubt, danach wird die große Bahn darauf geschweißt.
Oben auf die Attika gehört eine Abdeckung aus Blech, die das Wasser von der Mauerkrone fernhält. Die finden Sie bei der Attikaabdeckung.
Wohin das Wasser abläuft
Der Dacheinlauf ist die Stelle, an der das Wasser vom Dach nach unten geht. Er wird mit seinem angeschweißten Folienkragen in die Bahn eingeschweißt und ist deshalb an das Bahnensystem gebunden: für PVC in sechs Nennweiten von 50 bis 160 mm, für TPO/FPO in sieben von 40 bis 160 mm, für ein drittes Bahnensystem von 30 bis 150 mm. Die Nennweite meint nicht das Loch im Dach, sondern das Rohr, das darunter weiterführt.
Ein Einlauf allein reicht nicht. Ist er mit Laub verstopft, bleibt das Wasser auf dem Dach. Ein Flachdach mit Attika braucht deshalb einen zweiten Weg nach draußen, den Notüberlauf durch die Attika. Wie viele es sein müssen und mit welchem Querschnitt, legt Ihr Planer fest, nach seinen Maßen wird der Speier gefertigt.
Den Dachentlüfter hält man leicht für eine Raumlüftung. Er lässt aber die Feuchtigkeit aus dem Dachaufbau entweichen, damit sich die Bahn nicht von unten aufwölbt, etwa wenn neu eingebaute Dämmung noch Restfeuchte hat. Wie das Wasser vom Einlauf weiter nach unten kommt, steht bei der Dachentwässerung.
Rohrdurchführungen abdichten
Jedes Rohr, das durch die Dachhaut geht, ist eine Stelle, an der Wasser eintreten kann. Für die Rohrdurchführung am Flachdach gibt es drei Wege:
- Dichtmanschette: eine Stufenmanschette aus Gummi, die auf den passenden Ring zugeschnitten und aufgeklebt wird. Sie passt zu PVC, TPO/FPO und Bitumen, in den Bereichen 5 bis 127 mm und 125 bis 230 mm. Gemessen wird der Außendurchmesser des Rohrs.
- Aufschweißmanschette: wird in die Bahn eingeschweißt, für Kabel und kleine Leitungen mit 17 oder 21 mm Nennweite. 21 mm gibt es nur für TPO.
- Blechkragen nach Maß: für größere oder wärmere Rohre, als Rohrdurchführung mit Kragen aus Edelstahl oder Aluminium. Abgasrohre gehören nicht dazu.
Mit der Dichtmanschette dichten Sie eine undichte Durchführung ohne Schweißgerät ab. Sie ist deshalb oft der erste Griff.
Befestigung gegen Wind
Wind zieht an jeder Flachdachabdichtung, am stärksten an den Rändern und Ecken. Wo Dämmung und Bahn mechanisch befestigt werden, hält das Befestigungsset aus Schraube und Lastverteilteller sie am Untergrund. Der Teller verteilt die Kraft auf eine größere Fläche. Schraubenlänge und Teller richten sich nach dem Untergrund, also Beton, Trapezblech oder Holz, und nach der Stärke der Dämmung. Wie viele Befestiger je Quadratmeter nötig sind, hängt von Windlast und Randzone ab. Pauschal lässt sich das nicht sagen, die Stückzahl rechnen wir im Angebot für Ihr Dach. Für die Dichtung unter Tellern und an kleinen Anschlüssen gibt es die Flachdichtung aus EPDM in drei Maßen.
Verlegen: Werkzeug und wer was macht
Die Nähte von PVC- und TPO-Bahnen werden mit Heißluft verschweißt, ebenso Ecken, Dacheinlauf und Aufschweißmanschette. Ein Cuttermesser und Kleber reichen dafür nicht, es braucht ein Heißluftschweißgerät und Übung damit. Wir liefern das Material, verlegt wird es von Ihnen oder von Ihrem Dachdecker.
Für die Arbeit am Dachrand übernehmen wir die Dachrandsicherung als Auftrag. Aufgestellt und wieder abgebaut wird der Seitenschutz von einem sorgfältig ausgewählten Partnerbetrieb aus Österreich, Ihr Vertragspartner sind wir. Soll auf dem Dach später regelmäßig jemand arbeiten, etwa an einer Photovoltaikanlage oder an Geräten, planen wir mit Ihnen eine dauerhafte Absturzsicherung mit Anschlagpunkten oder Geländer. Für Laufwege, die die Abdichtung schonen, gibt es Wartungsbühnen und Stege. Diese Leistungen bieten wir nur in Österreich an.
Flachdach komplett anfragen
Sie müssen nicht jede Position einzeln zusammensuchen. Für ein Angebot über den ganzen Aufbau brauchen wir:
- Dachfläche in m² und eine Skizze mit Maßen oder ein Foto von oben
- Bahnensystem, Dicke und Farbe, oder ein Foto der vorhandenen Bahn
- den Aufbau darunter: Decke, Dampfsperre ja oder nein, Art und Stärke der Dämmung
- die Zahl der Innen- und Außenecken und die Länge von Attika und Wandanschlüssen
- die Dacheinläufe mit der Nennweite des Rohrs darunter, dazu die Notüberläufe laut Planung
- alle Rohrdurchführungen mit Außendurchmesser
- Ihre Adresse oder die Gebäudehöhe, damit wir die Befestigung für die Windlast rechnen können
Die Rollenzahl samt Überlappung rechnen wir aus Ihrer Fläche. Preis und Liefertermin nennen wir Ihnen im Angebot. Anfragen, die werktags bis 15:00 Uhr eingehen, beantworten wir am selben Tag. Lieferung in ganz Österreich: Lieferart und Termin nennen wir Ihnen im Angebot. Abholung in Grafenwörth nach Vereinbarung.
Gut zu wissen
Häufige Fragen zu Flachdach & Abdichtung
Kann ich eine PVC-Bahn mit einer TPO-Bahn verschweißen?
Nein. PVC lässt sich nur mit PVC verschweißen, TPO/FPO nur mit TPO/FPO, und keine der beiden mit Bitumen. Neue Bahn, Ecken und Einlauf müssen deshalb zum System passen, das schon auf dem Dach liegt.
Welche Abdichtung passt für mein Flachdach?
Bei einer Reparatur entscheidet die Bahn, die schon oben liegt. Schicken Sie uns ein Foto, wir sagen Ihnen, welche es ist. Beim Neubau wählen Sie zwischen PVC und TPO/FPO nach Farbe, Dicke und Aufbau darunter. PVC braucht auf Styropor oder Bitumen eine Trennlage.
Brauche ich unter der Bahn eine Trennlage?
Liegt eine PVC-Bahn auf Styropor oder Bitumen, ja, dann ist sie Pflicht. Auf einem rauen oder beschädigten Untergrund schützt sie jede Bahn vor dem Durchscheuern. Die Trennlage gibt es von 120 bis 300 g/m².
Wo gehört die Dampfsperre hin?
Ganz nach unten, auf die tragende Decke und unter die Dämmung. Sie hält die feuchte Raumluft ab, nicht den Regen. Liegt sie oben, wird das Dach von innen nass.
Wie viel Gefälle braucht ein Flachdach?
Üblich sind mindestens 2 % Gefälle; die Vorgabe für Ihr Dach nennt Ihr Dachdecker. Weniger Gefälle führt zu Pfützen und Schmutz auf der Bahn. Das Gefälle entsteht über die Gefälledämmung oder schon in der Decke.
Wie viele Ecken brauche ich für mein Flachdach?
Ein einfaches Rechteckdach mit Attika hat vier Innenecken und keine Außenecke. Außenecken kommen dazu, wo ein Kamin, ein Aufbau oder eine Nische vorspringt, meist zwei je Vorsprung. Die Ecken haben dieselbe Farbe wie die Bahn.
Wie wird die Abdichtung an der Hauswand angeschlossen?
Die Bahn braucht dort eine feste Kante. Dafür wird folienkaschiertes Blech an die Wand geschraubt, und die große Bahn wird darauf geschweißt. Die Kaschierung wählen Sie passend zur Farbe Ihrer Bahn, die Auswahl ist kleiner als bei den Bahnen.
Reicht ein Dacheinlauf?
Nein. Verstopft der Einlauf, bleibt das Wasser auf dem Dach. Ein Flachdach mit Attika braucht zusätzlich einen Notüberlauf durch die Attika. Wie viele und mit welchem Querschnitt, legt Ihr Planer fest.
Kann ich eine undichte Rohrdurchführung selbst abdichten?
Mit der Dichtmanschette ja. Sie wird auf den passenden Ring zugeschnitten und aufgeklebt, ein Schweißgerät brauchen Sie nicht. Sie passt zu PVC, TPO/FPO und Bitumen. Messen Sie den Außendurchmesser des Rohrs.
Verlegt Blechline die Abdichtung?
Nein. Wir liefern das Material, verlegt und verschweißt wird es von Ihnen oder Ihrem Dachdecker, mit einem Heißluftschweißgerät. Die Dachrandsicherung für die Arbeit am Rand übernehmen wir als Auftrag, ausgeführt von einem sorgfältig ausgewählten Partnerbetrieb aus Österreich.
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